Dezentrale Impfwarteliste bauen

Hier zum Verteilen und Diskutieren. Vielleicht wollt ihr auch das es endlich voran geht…

Hallo ihr verteilten Entitäten,

ich hätte mal wichtige Fragen in die Runde. Würdet ihr euch Impfen lassen? Habt ihr schon einen Termin? Was würdet ihr tun um (zeitnah) einen zu bekommen?

Die Fragen bitte nicht rhetorisch verstehen, es ist ernst gemeint. Schreibt mir das gern. Ich frag mich wie hoch der Bedarf bei euch ist.

Folgenden Hintergrund hat meine Frage, durch Bekannte im Impfbereich und auch eigene Erfahrungen um Termine zu bekommen weiß ich, dass dieses Verteilungsproblem, also wieviele Dosen gibts es, wer hat Termin/nimmt den wahr/wer hat Impfberechtigung/weiß über Verfügbarkeit… immer wieder dazu führt das von einem zu wenig da ist. Und das sind meist die Impfberechtigten Menschen. Das Problem ist in Potsdam klein, so dass eigentlich kein Zeug weggeworfen wird, wird aber zunehmend größer. Das hängt damit zusammen, dass mehr Orte Impfen aber auch Leute mehrere Termine horten, sie spontan ausfallen (Termin nicht wahrnehmen/ sich vor Ort rausstellt, dass sie wegen Krankheiten/Schwächungen etc. nicht geimpft werden können/etc.) oder als Impfberechtigte nicht an Termine kommen, weil sie nicht die technischen Möglichkeiten haben[1]/an Hotlines verzweifeln oder die vorhandenen Spontannotlisten nicht kennen [2].

Das führt dazu, dass Arztpraxen, Krankenhäuser und Impfzentren wenn absehbar ist, dass zu viele Termine nicht wahrgenommen wurden oder mehr/unpassender Impfstoff geliefert wurde (Bsp.: zu viel Astra Zeneca/gleichzeitig Termine mit Frauen unter 60) Leute ansprechen/anrufen von denen sie vermuten, dass sie ne Priorisierung haben aber vielleicht noch keine Impfung. Das Funktioniert teilweise Systematisch in dem Berufsgruppen die schnell abrufbar sind wie Sanitäter, Feuerwehrleute oder Polizisten alamiert werden aber viel zu oft auch über Bekanntennetzwerke (deswegen funktioniert das in Arztpraxen so gut…)

Ich bekam gestern zum Beispiel so einen Anruf. Ich nenne sie mal positiven Robocall.

Nun sind immer mehr Priorisierte, Berufsgruppen und Leute aus dem Bekanntenkreis durch geimpft - heißt die Maßnahmen spontan Leute anzusprechen, führen immer öfter ins Leere. Das wird durch die Aufhebung der Priorisierung kurz abgeschwächt, weil dann auch Leute angesprochen werden können, die z.B. vor dem Impfzentrum auf der Straße rumlungern aber das funktioniert auch nur begrenzt lange.

Außerdem hat man damit wieder nur die offizielle Priorisierung und die individuelle Fähigkeiten der einzelnen sich um Termine zu kümmern oder Leute zu kennen die was “besorgen” können berücksichtigt. Heißt Inge aus der Berliner Vorstadt, die viele aus dem Gesundheitswesen kennt, kommt eher an einen Termin als jemand der im Verkauf arbeitet aber in Michendorf lebend im Bekanntenkreis keine Mediziner hat. Inges Selbsteinschätzung wäre zwar, dass sie wenig gefährdet ist, weil sie sich isolieren kann, die andere Person kann es aber nicht. Heißt individuelle Risikoeinschätzung sollte, besonders wenn die Priorisierung fällt und alle auf die Termine zu rammeln auch ein Kriterium sein. Gleichzeitig will Inge auch, dass nix weggeschmissen wird und nimmt im Zweifel auch Astra Zeneca damit der Scheiß endlich aufhört.

Soweit so bescheuert, weil eigentlich ist so ein Verteilungsproblem, was durch unvollständige Informationen und unzureichende Ressourcen bedingt ist, doch mit Informatik und diesen Computern da draußen recht gut lösbar.

Die Potsdamer Impfwarteliste ist in meinen Augen eine passable Lösung. Man trägt sich ein, Termin wird spontan frei, man bekommt ne Mail/Anruf und sagt ja/Nein und bekommt ne Impfung. Fertich.

Nun geht die aber nur in Potsdam, ist nur mit den großen Krankenhäusern/Impfzentren verknüpft und nur Priorisierte dürfen sich eintragen. Heißt jemand mit na persönlichen hohen Risikoeinschätzung aber auch Bereitschaft+Möglichkeit spontan beim Impfenden aufzukreuzen kann nicht rauf. Das zu ändern ist wegen Bürokratie und Digitalisierung in Deutschland langwierig.

In meinen Augen könnte man eine dezentrale Lösung für das Problem schaffen.

Kurz eine Datenbank in die jede_r sich eintragen kann. Es reicht:

Name

Mailadresse

kurzfristig erreichbare Tel.Nr.

Priorisierung: Ja/Nein

Eigeneinschätzung: Impfung sehr wichtig/wäre gut/wenn was da ist(bevor es wegkommt)

Anhaken der Impforte die man in 15-30 Min erreichen kann über den Tag [3]

Timestamp der Eintragung

Fertig. Wenn nun ein Impfzentrum Termine/Impfungen absehbar über hat, kann es auf die Datenbank zugreifen und bekommt random Leute vorgeschlagen. Dann können sie die anrufen oder ne Mail schicken.[4] Fancy wäre sogar wenn man die aktuelle Verfügbarkeit der Leute mit SMS Systemen oder Robocalls auch automatisieren erledigen könnte[5], so dass der Impfende direkt jemanden an der Leitung hat der gerade parat steht.

Natürlich sind dann erstmal Leute dran die ne Priorisierung haben, hat ja meist nen guten und selten nen schönen Grund, dann die sich selbst als “Wichtigkeit hoch” einschätzen usw.

Jetzt werden so ein paar Alarmglocken zu Missbrauch kommen weil “da könnte ja jeder kommen…” oder weil man personenbezogene Daten verarbeitet. Zum Missbrauch in den Fußnoen mehr [6] und zu Sicherheitsfeatures auch dort[7]. Bleibt das Problem veralteter Daten…[8] Sicher gibts noch mehr Dinge die ich komplett übersehe. Wenn ihr da was seht könnt ihr das hier im Forum äußern:

Mein Punkt ist:

Wenn irgendjemand denkt, ich will endlich dass es endlich voran geht, es kann doch nicht so schwer sein… und so ne Seite aufsetzen kann, meldet euch bei mir. Und sei es nur sehr rudimentär. Fragt auch gerne Leute ob die es machen, was die dafür wollen, etc. Lass einfach mal sone Lösung zusammen hacken oder Geld sammeln dass es jemand macht. Egal.

Das beste ist, ich hätte sogar Leute aus dem Potsdamer Impfzentrum, aus Impfzentren in anderen Städten, Ärzte etc. die das Ding nutzen würden - also müsste man nicht mal auf diese Leute zur Nutzung überzeugen und ihr würdet endlich ne Spritze bekommen.

Soweit meine 2 cents. Kann doch nicht so schwer sein.

Grüße in die void

Martin

PPS: Die Domain www.spontan-impfen.de ist verfügbar :wink:

spontan-impfen-in-potsdam.de sowieso…

[1] z.B. solche von Schülern(!) entwickelten Terminscraper: impfterminübersicht.de

[2] Potsdamer Impfwarteliste: Impfwarteliste für die Landeshauptstadt Potsdam | Landeshauptstadt Potsdam

[3] Könnte man sogar zeitlich über den Tagesverlauf bezogen abfragen/darstellen - heißt tagsüber ist man z.B. in der Nähe von Berliner Impfzentren/ab 16 Uhr von Potsdamern

[4] Bei Leuten die ich auf die Potsdamer Impfwarteliste [2] gebracht hab, kam teilweise 3 Tage vor dem frei gewordenen Termin ne Mail mit der Frage ob sie Zeit haben.

[5] Sie sagen dann nur haben 3 Terminslots um XX Uhr - der Computer schickt an 10 Leute ne SMS/Mail/Anruf ob sie Zeit haben und wer zu erst zurück ne Antwort schickt bekommt den Termin.

[6] Missbrauch(!): Die genauen Daten der Leute die geimpft werden wollen, können im Impfzentrum oder beim Anruf nochmal geprüft werden. Heißt Missbrauch ist nicht so schwierig, ansonsten lasst die Leute hacken…besser als frustriert zu hause sitzen und die anderen schmeißen Zeug weg oder geben es ihren Golfpartnern.

[7] Datenschutz: Man müsste mit Impfzentren und Ärzten aktiv kollaborieren. Das könnte auch anfangs auf informeller Ebene gehen (sonst sind da zuviele Administrielle Schleifen mit Hürden) Diese bekommen Zugang zu den Daten die sie interessieren. Also das Potsdamer Impfzentrum soll keiner Freiburger durch telefonieren müssen aber auch nicht sehen sollen wer sich alles impfen lassen will. Pro Abfrage reicht es ja dem Impfenden 5 Leute anzuzeigen. Insgesamt würde ich ds System Datensparsam konzipieren. Wenn Name, Mailadresse, Tel., Impfinteresse weg kommt, dann sollte das verkraftbar sein.

Schön wäre aber natürlich ein Verschlüsselungslayer wo man am beim Eintragen die Daten direkt mit den Public Keys der Impfzentren und Ärzte verschlüsselt, die die Person in der Zeitspanne erreichen kann. Dann bekommen die Impfenden nen Privatekey und können als einzige die Daten wieder lesen. Ist vor allem wegen dem Keymanagment schwierig…

[8] Veraltete oder kaputte Daten sind immer nervig. So ist wahrscheinlich dass nach 3 Wochen 30% der Leute schon auf nem anderen Weg ne Impfung bekommen hat oder so nicht mehr interessiert ist. Dafür könnte man einführen, dass es immer am Mittwoch ne Mail an die Leute gibt wo sie drauf antworten müssen oder was anklicken. Wenn sie das nicht tun wird ihr Datenbankeintrag wieder gedroppt und sie müssten sich neu einschreiben. Das Feature könnte man auch direkt am Anfang nehmen um Funktion der Mailadresse zu checken.

Hallo Martin,
ich hab nach deiner Nachricht heute morgen nochmal drüber gegrübelt. Die Herausforderung, das ganze so einfach und niedrigschwellig wie möglich zu gestalten sowohl für Impfwillige als auch für Stellen, die Impfwillige kurzfristig finden möchten einerseits und das ganze nicht zu einer Datenschutzkatastrophe werden zu lassen andererseits ist irgendwie schon eine harte Nuss.

Verschlüsselung zu verwenden ist grundsätzlich eine technische Lösung die hier helfen kann, läuft jedoch der Niedrigschwelligkeit und schnellen Adoption einer solchen Lösung entgegen. Selbst wenn wir dort Accounts vergeben für die Impfstellen und die von Verschlüsselung keinen Schimmer haben müssen, da das System das alles im Hintegrund und transparent regeln könnte, setzt es doch voraus, das auch nur legitime Stellen einen Account bekommen (wie prüft man das?). Das skaliert schwierig zu tausenden von Impfstellen, die potenziell berechtigt wären, die Daten abzurufen. Wichtiger ist vielleicht aber vor sogar, dass die relevanten Stellen sich erstmal einen Account anlegen müssen, bevor es dann am nächsten Tag vielleicht losgeht, Kandidaten zu finden. Die Leute tun sich ja immer schwer sich irgendwo und auf der Xten Seite anzumelden.

Mir ist jetzt folgende Lösung eingefallen, die das ganze noch ein bisschen anders dreht. Wie wäre es, wenn man als impfwillige Person einfach nur seinen groben gewöhnlichen Aufenthaltsort und seine Telefonnummer in ein Formular eingibt, kein Name, keine Adresse, kein Alter, nichts; man erstellt auch keinen Account. Nur die Telefonnummer und groben Standort (nicht zu präzise, gar mit Hausnummer oder so, wir wollen ja nicht der nächsten Einbruchsmasche Tür und Tor öffnen). Diese wenige und gerade so notwendige Information ist dafür aber komplett öffentlich einsehbar, was den Leuten natürlich ganz deutlich gemacht werden muss. Das eröffnet jedoch, dass sich die Impfstellen ganz unkompliziert und ohne vorherige Anmeldung eine Liste mit Telefonnummern anzeigen lassen könenn, die sie durchtelefonieren können. Ob die Person es dann wirklich in den nächsten 30 Minuten schafft, tatsächlich berechtigt ist (bald vielleicht nicht mehr nötig), das kann dann alles noch am Telefon geklärt werden, falls die Person tatsächlich erreicht wird. Das ganze wäre quasi wie das öffentliche Telefonbuch der Telekom, in das sich ja auch jede/r eintragen kann, quasi ein genauso öffentlichens Impftelefonbuch.

Um den Leuten (den Impfwilligen) zu ersparen, sich einen Account anlegen zu müssen, würde ich es einfach so machen, dass die Daten nur für 24h nach Eintragung im System liegen. Man kann seine Daten zwar nicht löschen (außer vielleicht per Mail anfragen, dass seine Daten gelöscht werden, weil man einen Fehler gemacht hat oder es sich anders überlegt hat), aber nach 24h sind sie eh weg. Auch missbräuchlich eingetragene Daten verseuchen das System so nur temporär. Gleichzeitig sorgt das auch dafür, dass immer nur frische Daten vorliegen. Der Nachteil ist, als Impfwillige Person muss ich mich jeden Tag neu eintragen. Glaube aber, dass das kein Problem darstellt. Wenn ich wirklich gerne eine Impfung haben will, dann nehme ich mir die Zeit jeden morgen mich kurz einzutragen. Die Auto-Vervollständigung im Browser-Formular macht das auch zu einem Klacks ab dem zweiten Mal. Unsere Erfahrung mit dem Covid-Check zeigt, viele viele Leute checken super gerne jeden Morgen irgendwelche Infos, warum sollte man sich nicht auch jeden Morgen neu auf eine Liste setzen lassen.

Noch eine Erfahrung aus dem Covid-Check könnte hilfreich sein und zwar zum Thema “grober Standort”. Vielleicht reicht es völlig, wenn das auch hier über die Postleitzahl läuft. Das ist einerseits super simpel und andererseits auch geographisch kein riesiger aber eben auch kein winziger Bereich. Ohne das jetzt belegen zu können, glaube ich, dass eine Impfstelle relativ leicht weiß, abhängig davon, wo sie sich befindet, bei welchen Postleitzahl-Telefonlisten es sinnvoll ist durchzutelefonieren. D.h. das Impfzentrum liegt selbst in 40223 Düsseldorf, klar dann guckt man zu allererst in 40223 direkt und wenn man dort niemand findet oder erreicht, dann guckt man halt danach in 40221 und 40225 usw, die Leute kennen sich ja lokal aus und wissen, welche PLZ noch so in Frage kommt.

Soweit von mir, sagt mir gerne, was ihr davon haltet oder was noch anders sein müsste. (oder setzt es schnell um!)

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Hier eine Überlegung zum grundlegenden Kommunikations-Layer.
Darauf aufbauend könnten Websites / Apps den Kontakt herstellen.

Grundsätzlich könnten die Impfwilligen oder die Impfangebote erfasst werden.

Für die Veröffentlichung von Impfangeboten spricht, dass nur wenige Daten für kurze Zeit veröffentlicht werden müssten, d.h. welche Stelle hat gerade jetzt einen Termin frei.
Das könnte in anonymisierter Form passieren.

Diese Daten würden automatisch nach kurzer Zeit verfallen können. Es bräuchte keine Datenbank, alles läuft nur im Ram eines Servers, wo dann ein Server schon eine ziemliche Last abdecken könnte.

Dieses kurzfristige Impfangebot könnte dann von diverser Software (Apps, Websites etc) getrackt werden.

Im Gegensatzu zu der Anzahl möglicher Interessenten gibt es nur wenige Anbieter. Damit wäre eine Authentifizierung der Anbieter möglich. Dazu würde ein Zugangscode über einen halbwegs sicheren Kanal an den Anbieter gesendet werden.

Mit dem Impfangebot würde eine Challenge veröffentlicht, die per Proof of Work eine Antwort erlaubt. D.h. für die Antwort müsste ein individueller Zugangscode mit hinreichender Schwierigkeit geraten werden, um das Antworten teuer zu machen. Im Gegensatz dazu sollte die Prüfung auf Bestehen der Challenge möglichst billig sein.
Für gültig befundene Antworten werden an den Anbieter weitergeleitet.
Nach erfolgreicher Absprache wird das Angebot gelöscht.

Das System scheint mir anfällig für Sabotage.
Jemand beliebiges könnte beliebig viele Einträge generieren, um das System zu stören.

ja, kam mir auch der Gedanke, man könnte auf jeden Fall die Anzahl von erlaubten Eintragungen pro IP-Adresse und Zeitraum deckeln

Sorry,… zu lang für mich hier, der Text. Ich hoffe deswegen it meiner kurzen ANtwort etwas konstruktives beitragen zu können.

Habe noch kein Termin.
Möchte einen Haben.
Am liebsten hätte ich eine Inpfstoffwahl
Und ich möchte gerne meine engste Familie mitimpfen lassen.
Ab jetzt
In POtsdam bitte…

@Björn … Thema leider total verfehlt! :rofl:

extra für dich :stuck_out_tongue: