Wissenschaftsladen Potsdam e.V


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Der Wissenschaftsladen Potsdam e.V. (WiLaP) ist ein unabhängiger Verein mit dem Ziel der praktischen Wissensschaftsvermittlung in den Themenbereichen Naturwissenschaften, Umweltwissenschaften, Ökologie, Technik, Digitalisierung und Komunikationswissenschaften. An der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Gesellschaft verfolgt er die Grundidee jedem Menschen die Aneignung von Wissen, Technologien und Fertigkeiten unabhängig von Alter, Bildung, Akademischen Grad, Wohnort bzw. Lebensmittelpunkt und Herkunft oder institutioneller Anbindung zu ermöglichen. Als Teil der weltweiten Bewegung von Wissenschaftsläden soll so dem Trend einer Schließung von Universitäten und Forschungsinstituten entgegen gewirkt werden. Wissenschaft soll für breite Teile der Bevölkerung verständlich, praktizierbar, kritisierbar und transparent bleiben und werden. Wissenschaftsläden übernehmen besonders in alternden Gesellschaften die Aufgabe Wissen auch abseits der etablierten Institutionen über die Generationen hinweg weiterzugeben. Ferner helfen sie als Treffpunkte, dass sich BürgerwissenschaftlerInnenn organisieren oder eigenen Forschungsansätzen nachzugehen. Darüber helfen sie Forschungsergebnisse zu validieren, große Datenmengen zu analysieren (siehe z.B. SETI) oder im Sine der Wissenschaftskommunikation Erkenntnisse erfahrbar zu machen.

Der WiLaP entfaltet als Verein verschiedene Aktivitäten in den genannten Themenbereichen auf dem freiLand-Gelände. Als Kernprojekt fungiert “machBar” mit seinen offenen Werkstätten. Die machBar wird aber auch dazu genutzt das sich Akteure außerhalb der freiLand-Community mit den Kernthemen des WilaP außeinandersetzen können. Exemplarisch dafür stehen die monatlich stattfindenden repairCafes und Worskshops zum kreativen 3D-Druck in der lokalen Stadt- und Landesbibliothek. Darüber hinaus gibt es Projekte in Partnerschaft mit Universitäten und Schulen wie der Montessori-, Oberlin- und Steubenschule in Potsdam. Gemeinsam mit dem Freifunk Potsdam e.V. sowie der Universität Münster treibt er zudem den Aufbau eines dezentralen Sensornetzwerkes zur Messung von Umweltdaten voran.

Vernetzt ist er über den lokalen Raum hinaus über den Verbund offener Werkstätten, die nationalen und Internationalen Vereinigungen der Wissenschaftsläden (Living Knowledge), FabLabAssociation und vielen mehr.

Der Wissenschaftsladen Potsdam e.V. ist ein gemeinnütziger Verein.

Zur Erreichung seiner Ziele veranstaltet der WILAP Workshops, Schulungen, führt mehrtägige Seminare durch und bietet die durch ihn verwalteten Räumlichkeiten anderen Akteuren zur Nutzung an. Die FachanleiterInnen des Wissenschaftsladens sehen sich in erster Linie als ImpulsgeberInnendie bestimmtes Wissen weitergeben aber auch von den TeilnehmerInnen selbst lernen. Seminare und Workshops sind so angelegt, dass TeilnehmerInnen angeeignete Fähigkeiten bereits während des Kurses autonom und eigenverantwortlich anwenden können.

Ziel des Handelns ist immer:

  • die selbstbestimmte Aneignung von Wissen und Technologien (Empowerment)
  • das Wissen und Erkenntnisse allen verfügbar sind (Open Science)
  • und die Methoden zur Reproduktion, Generierung und Archivierung von Wissen transparent sind (Open Access).

Wissenschaftsläden allgemein

„Wissenschaftsläden befinden sich am Schnittpunkt von Wissenschaft und
Gesellschaft“. In drei Jahrzehnten konnten sie sich international etablieren. Die
Anfänge der Wissenschaftsläden liegen in den 70er Jahren. Damals schlossen sich
einige Chemiestudenten aus den Niederlanden zusammen, „um BürgerInnen und
gemeinnützige Organisationen wissenschaftlich zu unterstützen“. Diese Bewegung
wollte dem Trend entgegenwirken, dass Wissen immer isolierter, ohne
zivilgesellschaftliche Kontrolle, ohne inhaltliche und methodische Mitbestimmung und
ohne transparenten Informationsfluss in abgeschlossenen akademischen Kreisen
wie Universitäten und Forschungsinstituten generiert wird. Heute gibt es
Wissenschaftsläden in Österreich, Belgien, Dänemark, Frankreich, Deutschland, den
Niederlanden, Rumänien, Spanien und Großbritannien. Außerhalb Europas konnten
sie sich in Israel, Kanada, und den USA etablieren. Inzwischen haben sich die
europäischen Wissenschaftsläden zu einem Netzwerk zusammengeschlossen, für
Osteuropa bildet sich gerade ein Netzwerk heraus. Unterstützt werden sie dabei von
der Europäischen Kommission. Heute sind neben Wissensvermittlung und Teilhabe
am akademisch-wissenschaftlichen Prozess, auch die Durchführung von
Forschungsdienstleistungen ein weiteres Element der Wissenschaftsläden. Dabei
geht es neben der Validierung von Forschungsbedarf in der Bevölkerung auch um
die konkrete Durchführung von Forschungsvorhaben. So unterschiedlich die
Wissenschaftsläden in ihrer Schwerpunktsetzung und Organisation auch sind, alle
haben sie den Wunsch, Wissenschaft und Forschung auch sozial marginalisierten
Gruppen zukommen zu lassen. Wissenschaftsläden arbeiten nicht gewinnorientiert.


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